|
Energie
sparen – wichtiger denn je
JU-Kreisausschuss
besichtigt Biogasanlage, anschließend Vortrag über Nachwachsende
Rohstoffe und Energie-Sparen mit Hans Ritt |

Die JU-Mitglieder zusammen mit weiteren Interessierten bei der Besichtigung
der Biogasanlage. Auf dem Bild zusammen mit JU-Kreisvorsitzendem
und Kreisrat Herbert Lichtinger (1.v.l.), Anlagenbetreiber Adrian
Kammermeier (2.v.l.), 2. Bürgermeister Erwin Kammermeier (5.v.r.)
und Kreisrat Stefan Hinsken (6.v.r.)

Bezirksrat und Landtagskandidat Hans Ritt aus Straubing bei
seinem Vortrag zum Thema "Energie sparen"
Straubing-Bogen: Die
Besichtigung der Biogasanlage Kammermeier in Sallach sowie ein Referat von
Bezirksrat und Landtagslistenkandidat Hans Ritt standen auf dem Programm der
JU-Kreisausschussitzung in Geiselhöring/Sallach.
Das Thema des Abends hätte
nicht passender gewählt werden können. In Zeiten stark steigender
Energiepreise lud der JU-Kreisvorsitzende und Kreisrat Herbert Lichtinger zu
einer öffentlichen Sitzung nach Sallach ein, um die Nutzung erneuerbarer
Energien am Beispiel der Biogasanlage Kammermeier in der Praxis zu erleben.
Betreiber und Eigentümer Adrian Kammermeier führte die Gruppe, der sich
neben den JU-Kreisausschussmitgliedern auch einige interessierte Bürger aus
dem Stadtbereich Geiselhöring anschlossen durch seine 350 kW-Biogasanlage.
Dabei erläuterte er anschaulich die Funktionsweise der Anlage, mit deren Abwärme
die Heizung der eigenen Hühnermaststallungen gewährleistet wird. Damit, so
Kammermeier, sei eine Einsparung von rund 100.000 Litern Heizöl pro Jahr ermöglicht
worden. Die Beschickung erfolgt mit dem Mist aus der Hühnermast, ergänzt um
Mais, der von umliegenden Landwirten geliefert wird. In diesem Zusammenhang
verwies Kammermeier auch auf die Problematik der gestiegenen Preise für
Grundstoffe und deren negative Auswirkungen auf die Rentabilität einer
Biogasanlage, deren Investitionsvolumen sich auf ca. 1,5 Mio. EUR beziffern lässt.
Der Betreiber sprach auch an,
dass es sich anfangs schwierig gestaltete, das richtige Mischungsverhältnis
aus Substraten und anderen Nährstoffen für den Gärungsprozess zu finden.
Zudem dürfte man, so Kammermeier, die Stunden nicht rechnen, die man bei der
Anlage verbringt, um den optimalen Wirkungsgrad der Anlage zu erreichen. Alles
in allem zeigten sich die Teilnehmer beeindruckt von der Anlage, die neben der
Erzeugung von Strom auch mit der Nutzung der Abwärme zur CO2-Einsparung beiträgt.
Damit war auch der Bogen zum
zweiten Teil der Sitzung gespannt, der unter dem Thema: „Die Zukunft gehört
den nachwachsenden Rohstoffen – Energie sparen wichtiger denn je“ von
Bezirksrat und Landtagslistenkandidat Hans Ritt bestritten wurde. Hans Ritt,
von Beruf Bezirkskaminkehrermeister und Energieberater zeigte dabei zunächst
die Entwicklung der Energiepreise im Allgemeinen und im speziellen des Erdöls
auf. In diesem Zusammenhang nahm die Analyse des Ölpreisanstiegs breiten Raum
ein, was auch die Basis für den Hauptteil des Referates bildete. Ritt zeigte
dabei anhand von einigen Beispielen auf, wie es in einem Haushalt möglich
sei, Energie zu sparen, ohne dabei Investitionen tätigen zu müssen. Gerade
in Zeiten wie diesen, so Ritt, sei wichtig, seinen Energieverbrauch zu kennen
und regelmäßig zu überprüfen. Dabei zeigten kleine Änderungen im
Verbrauchsverhalten große Wirkung, beispielhaft hierfür nannte er den
Energieverbrauch von Elektrogeräten mit Stand-by-Schaltung. Ritt verwies in
seinem Vortrag auf die energetische Sanierung von Objekten des Altbaubestandes
und den sich daraus ergebenden Nutzen. Zunächst sei es wichtig, die Stellen
am Haus zu lokalisieren, die entsprechenden Energieverlust verursachen. Mit Maßnahmen
wie beispielsweise dem Anbringen eines Vollwärmeschutzes ist zwar zunächst
ein erhöhter Investitionsaufwand gegeben, der sich jedoch innerhalb einiger
Jahre durch den verminderten Energieaufwand amortisiert. Nebenbei, so der
Referent, würden diese Maßnahmen durch die KfW-Förderbank mit günstigen
Darlehen subventioniert bzw. bezuschusst. Untermauert wurden die einzelnen Maßnahmen
durch die Veranschaulichung von bereits durchgeführten Sanierungen.
Im Anschluss an den Vortrag
schloss sich eine ausführliche Diskussion zur aktuellen Entwicklung der
Energiepreise sowie zu fachspezifischen Themen an.
Bericht: Stefan Hinsken