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 Chancen für die heimische Wirtschaft durch Globalisierung


Die Mitglieder der JU-Kreisausschusses zusammen mit Firmeninhaber 
Stephan Härtenberger und seiner Familie (rechts) sowie dem CSU-Bürgermeisterkandidaten von Hunderdorf Hans Hornberger (3.v.r.)

 

Straubing-Bogen (sh): Die Globalisierung und ihre Folgen auch für die heimische Wirtschaft standen im Mittelpunkt der Besichtigung der Schreinerei Härtenberger in Hunderdorf durch den JU-Kreisausschuss.

In ihrem Eingangsstatement brachte die stellvertretende JU-Kreisvorsitzende Andrea Probst zum Ausdruck, dass man heimische Betriebe besichtigen wolle, um deren Nöte und Probleme vor dem Hintergrund der fortschreitenden Globalisierung kennen zu lernen. Dabei verwies sie auch auf das Wahlprogramm des JU-Kreisverbandes, in dem als Ziel definiert wird, Rahmenbedingungen zu schaffen, um Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region zu halten bzw. neue zu schaffen.

Im Anschluss daran stand die Vorstellung seines Unternehmens durch Firmeninhaber Stephan Härtenberger auf dem Programm. Dabei gab er zunächst einen Einblick in die im 16. Jahrhundert beginnende Firmengeschichte, wobei deutlich wurde, dass es unaufhörlich neue Herausforderungen zu meistern galt und auch in der Zukunft zu meistern gilt. Den letzten großen Einschnitt brachte das Jahr 2002, als man sich als Zulieferer für die Küchenindustrie spezialisierte. Nach großen Umsatzzuwächsen bekam das Unternehmen im Jahr 2003 die Folgen der damaligen Rezession einerseits und des Konzentrationsprozesses in der Küchenindustrie andererseits zu spüren. Neue Produkte mussten folglich entwickelt sowie neue Kunden akquiriert werden, um den Fortbestand des Unternehmens dauerhaft zu sichern. Nachdem der deutsche Markt vor allem durch einen harten Preiskampf gekennzeichnet ist, so Härtenberger, wurden neue Absatzmärkte gesucht. Durch in der Zwischenzeit enge Kontakte, die erst nach mehreren Jahren auf Branchenmessen geknüpft werden konnten, sind internationale Kooperationen unter anderem in die Schweiz, nach Brasilien und auch in den Iran aufgebaut. Die Kunden verteilen sich nun auf die Küchenindustrie, Schreinereien und den Beschlaghandel. Die angebotene Produktpalette ist dabei vielfältig und umfasst alle runden Elemente in einer Küche unter anderem komplett drehbare Elemente in Eckschränken. Diverse Innovationen wurden seither mit dem „red dot“ design award, einer der höchsten internationalen  Designauszeichnungen gewürdigt.

Einer der entscheidenden Faktoren, so der Firmeninhaber, ist die konsequente Investition in die Weiterbildung der Mitarbeiter. Denn nur so könne man sich von der global agierenden Industrie abheben. In diesem Zusammenhang erklärte Härtenberger auch sein Erfolgsrezept, denn es werden keine einzelnen Komponenten verkauft, sondern Küchenkonzepte. Der Markt hierfür ist in stetigem Wachsen begriffen, genauso wie sich Ansprüche bzw. Wünsche der Kunden laufend ändern und darauf ist zu reagieren. Und dies könne man in einem kleinen, innovativen Unternehmen mit gut ausgebildeten Mitarbeitern besser als so manches Industrieunternehmen. Insgesamt, so Härtenberger, ist ein Bestehen auf dem Weltmarkt möglich, wenn man kleine Nischen besetzt und sich dabei eine möglichst breite Kundenstruktur aufbaut, um in kein Abhängigkeitsverhältnis eines Auftraggebers zu gelangen.

Nach der Präsentation und dem Firmenrundgang schloss sich eine ausführliche Diskussion an.