|
Bewusstsein
für den ländlichen Raum stärken
- Klausurtagung der JU Straubing-Bogen 2008 |

Die Teilnehmer der Klausurtagung mit dem
CSU-Kreisvorsitzenden MdB Ernst
Hinsken MdB (3.v.l.) und den beiden JU-Vertretern im Kreistag Stefan
Hinsken (1.v.l.) und JU-Kreisvorsitzender Herbert Lichtinger (5.v.l.)

Die Referenten zusammen mit der
JU-Führungsmannschaft:
Stv. JU-Kreisvorsitzender Andreas Dengler, Geschäftsführer des
Staatssekretärsausschusses "Ländlicher Raum" Roland Spiller,
JU-Kreisvorsitzender Herbert Lichtinger, Geschäftsführer von XperRegio
Albert Eckl, stv. JU-Kreisvorsitzender Michael Schroll und
stv. JU-Kreisvorsitzender Sebastian Riesner.
Gneißen. Bei der
traditionellen Klausurtagung des JU-Kreisverbandes Straubing-Bogen war die
Entwicklung des ländlichen Raumes Schwerpunktthema. Im Nachgang zu den
Kommunalwahlen wurde eine Wahlanalyse vorgenommen, bevor abschließend
CSU-Kreisvorsitzender Ernst Hinsken MdB über aktuelle Themen aus der
Bundespolitik berichtete.
Eingangs brachte der stv.
JU-Landesvorsitzende Karl-Heinz Roth aus Freyung zum Ausdruck, dass die jungen
Kandidaten bei den Kommunalwahlen überall sehr gut angenommen wurden.
Gleichzeitig stellte er an die CSU die Forderung, junge Kandidaten bei den
anstehenden Bezirks- und Landtagswahlen auf aussichtsreichen Plätzen zu
nominieren. Er zeigte sich erfreut, dass man die Entwicklung des Ländlichen
Raums bei der traditionellen Klausurtagung als Schwerpunktthema gewählt habe,
denn, so Roth, hier geht es um unsere eigenen Zukunftschancen.
JU-Kreisvorsitzender Herbert
Lichtinger brachte bei der Analyse der Kommunalwahlen zum Ausdruck, dass mehr
als 20 Gemeinde- und Stadträte aus den Reihen der JU gewählt wurden. Mit ihm
und Stefan Hinsken schafften zwei JU-ler den Sprung in den Kreistag
Straubing-Bogen, was umso erfreulicher sei, wenn man die Ausgangspositionen
betrachtet. Damit, so Herbert Lichtinger, werde der Anspruch der JU als
politische Jugendorganisation in der Region untermauert, denn keine andere
Gruppierung bzw. Partei sei entsprechend gut in den einzelnen Gremien
vertreten wie die Junge Union. Ebenso wenig waren auf den einzelnen Listen so
viele junge Kandidaten zu finden, wie dies bei der CSU der Fall war.
Mit Roland Spiller war es
gelungen, den Geschäftsführer des Staatssekretärausschusses Ländlicher
Raum als Referenten zu gewinnen. Eingangs erläuterte Spiller die
Funktionsweise des neu eingerichteten Ausschusses, dessen Aufgabe es ist, die
Arbeit der mit der Thematik befassten Ministerien zu bündeln und zu
koordinieren. Hier gelte es auch anzusetzen, denn das Verständnis für den Ländlichen
Raum sei bisweilen nicht immer sehr ausgeprägt. Im weiteren Verlauf erläuterte
Spiller die Chancen für den Landkreis Straubing-Bogen, die sich durch die
Schaffung der Metropolregionen ergeben. Strategisch gesehen liegt unsere
Region äußerst günstig, da sich der Landkreis in der Mitte der fünf
Metropolregionen Leipzig, Prag, Wien, München und Nürnberg befindet. Dies
zeigt sich auch der Entwicklung der Einwohnerzahlen, die sich laut Prognose
auch in Zukunft positiv darstellen sollten. Spiller zog in diesem Zusammenhang
auch den Vergleich zu anderen Regionen in Bayern, die in den nächsten Jahren
und Jahrzehnten mit Bevölkerungsabwanderung zu rechnen hätten. Um die
anwesenden Teilnehmer in die Diskussion noch mehr einzubinden, wurden in der
Klausurtagung mehrere Projektgruppen gebildet, die sich mit der Lösung von
Zukunftsthemen in unserer Region wie Bildung, Infrastruktur, Landwirtschaft
und Soziales beschäftigten. Die aufschlussreichen und zum Teil visionären Lösungsansätze
wurden anschließend präsentiert und im Plenum diskutiert.
Albert Eckl, der Vorstand von
XperRegio stellte zunächst seine Institution vor, die sich zum Ziel gesetzt
hat, junge Existenzgründer und Unternehmen bei deren Expansion zu unterstützen.
Einige Kommunen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau sowie Rottal-Inn haben
sich mit dem Hans-Lindner-Institut zu einer Modellregion im Ländlichen Raum
zusammengeschlossen, um die Vergabe von EU-Fördermitteln zu vereinfachen und
folglich zu beschleunigen. Dabei, so Eckl, sei erkennbar, dass
Regionalentwicklung auch Persönlichkeitsentwicklung bedeute. Schließlich
seien es gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die zur
Entwicklung des Ländlichen Raumes durch die Schaffung von wohnortnahen
Ausbildungs- und Arbeitsplätzen beitragen. Es gelte sich zunächst auf die
eigenen Stärken zu besinnen und daraus resultierend neue Ideen und Aktivitäten
am Markt zu platzieren. Das Ziel sollte daher sein, aus eigener Kraft zu
wachsen und in der Folge Arbeitsplätze zu schaffen. Erst danach sollte der
Blick auf eventuelle Fördertöpfe gerichtet werden.
Der Vorsitzende der
Enquete-Kommission "Jung sein in Bayern", MdL Josef Zellmeier berichtete
über die Entwicklung der Bevölkerungszahlen in Bayern. Dabei hob er
besonders hervor, dass es in Bayern auf Sicht der nächsten 10-15 Jahre keinen
Bevölkerungsrückgang geben werde und dies aufgrund des Zuzugs aus anderen
Bundesländern. Es gelte, die problematische Lage von grenznahen Landkreisen
zu lösen. Was das Ehrenamt betrifft, ist die Bereitschaft, ein solches zu übernehmen
in Bayern neben Rheinland-Pfalz am höchsten. Mit der Hauptschulinitiative,
soll so viel Individualität wie möglich in die schulische Ausbildung
gebracht werden, denn, so Zellmeier, nicht das Schulsystem sei entscheidend,
sondern die Individualität, wie auch die PISA-Studie beweist. In diesem
Zusammenhang stellte Zellmeier die Durchlässigkeit des bayerischen
Schulsystems heraus, bei dem es möglich ist, nach Abschluss der
Meisterausbildung auch fachbezogen studieren zu können. Darüber hinaus
thematisierte er die Ausbildung, wobei er feststellte, dass die Zahl der
Auszubildenden mit Schwierigkeiten quotal steige, worauf man auch in der
Zukunft reagieren müsse.
MdB Ernst Hinsken ging bei
seinen Ausführungen zunächst kurz auf die Kreistagswahl ein. Er wertete als
großen Erfolg, einziger Landkreis in Niederbayern und Oberpfalz mit absoluter
CSU-Mehrheit zu sein. Dafür, so der CSU-Kreisvorsitzende habe man stark gekämpft
und der Bürger habe dies auch honoriert, nicht zuletzt auch mit dem
Spitzenergebnis für Landrat Alfred Reisinger. Auf die Bundespolitik
eingehend, ging Hinsken auf einige brennende Probleme ein. In diesem
Zusammenhang brachte zum Ausdruck, dass das Verhalten von SPD-Chef Beck für
die Große Koalition eine Belastung darstellt und die Arbeit schwer macht.
Umso wichtiger sei es darum, dass die Union klaren Kurs hält und alles daran
setzt, die Ziele der Großen Koalition weiter zu verfolgen. Beispielhaft hierfür
nannte er die Mindestlohndebatte, die Weiterentwicklung bei der
Pflegeversicherung sowie das weitere Vorgehen bei der Stammzellenforschung.
Was den Ländlichen Raum betrifft, so konnte Hinsken von der Initiative im
Bundeskabinett zur DSL-Versorgung berichten. Für den Abgeordneten ist die
Aussage des Präsidenten der Bayerischen Wirtschaft, Randolf Rodenstock, nicht
nachvollziehbar, wonach stärkere Regionen weiter gestärkt werden sollten.
Dies würde einer passiven Sanierung des ländlichen Raums gleichkommen und
dagegen wehre er sich entschieden.
Bericht: Stefan Hinsken