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"Wir wollen wieder Druck aufbauen"
Junge Union und Anwohner wollen alte Bäume an
der Staatsstrasse fallen sehen


Diese vier Platanen stellen aus Sicht vieler Bürger eine Verkehrsgefahr dar.
Der Umweltausschuss sieht das aber anders.

 


Der CSU-Stadtrat Peter Ries (Mitte) diskutierte am Sonntagvormittag
mit Herbert Lichtinger, Vorsitzender des JU-Kreisverbands
Straubing-Bogen (links) und seinem Kollegen Michael Hien vom
Kreisverband Straubing. An der Ortsbesichtigung nahmen noch
weitere Politiker und Bürger teil.

 

An diesen vier Platanen scheiden sich die Geister: Am Sonntagvormittag trafen sich Bürger und Lokalpolitiker an der Staatsstrasse bei Ringenberg, direkt an der Stadt-Landkreis-Grenze. Während sich Anwohner und Landkreispolitiker einig sind, dass drei der vier neben der Strasse stehenden Baumriesen auf Stadtgebiet gefällt werden sollten, um einer Linksabbiegespur an der Ringenberger Kreuzung Platz zu machen, hat der Umweltausschuss dem bereits im Sommer 2008 einen Riegel vorgeschoben. Seither kocht bei vielen der Ärger darüber, dass an der unfallträchtigen Strecke der Umweltschutz über die Verkehrssicherheit gestellt wurde. Die Junge Union will das Thema jetzt wieder ins Gespräch bringen.

Die Situation wirkt paradox: Die fertigen Pläne für den Bau einer Linksabbiegespur an der Staatsstrasse 2142 liegen in den Schubläden des Straßenbauamtes. Sogar das Geld für den Bau war 2008 bereits in den Staatshaushalt eingeplant. Gebaut wurde aber trotzdem nicht, denn der Umweltausschuss stemmte sich erfolgreich gegen die Fällung der Platanen. Die Ausschussmitglieder beriefen sich auf die städtische Baumschutzverordnung und darauf, dass bislang nur ein einziger Unfall auf die fehlende Linksabbiegespur zurückzuführen sei.

Etwas anders sah es indes die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, die für weitere fünf Bäume auf der Landkreis-Seite zuständig war. Für eine Verbesserung der Verkehrssituation an der Kreuzung hat sie die Fällung erlaubt. Diese Bäume, darunter immerhin zwei uralte Linden, gehören mittlerweile der Vergangenheit an.

Unfallschwerpunkt

Dass es sich bei der Kreuzung tatsächlich um einen Unfallschwerpunkt handelt, bestätigte im Jahr 2006 im Übrigen auch die Unfallkommission aus Vertretern von Straßenbauamt, Polizei sowie Verkehrsbehören von Stadt und Landkreis. Daten aus der bayernweiten Unfalldatenbank gaben ihr recht.

Da die Verkehrssituation im Kreuzungsbereich für Pendler und Anwohner nach wie vor ein Ärgernis ist, will die Jungen Union das Thema nun wieder auf die Tagesordnung bringen. Beim Ortstermin am Sonntagvormittag gab es eine kontroverse Diskussion zwischen dem CSU-Stadtrat Peter Ries und den Anwohnern sowie Landkreispolitikern. "Der JU-Kreisverband wird eine Bitte an die Stadt formulieren, damit die Abbiegespur gebaut werden kann", sagte Herbert Lichtinger, Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Straubing-Bogen. Ries gestand zwar ein, dass eine Lösung für mehr Verkehrssicherheit gefunden werden müsse. "Am liebsten wäre es mir aber, wenn kein Baum wegkäme."

Der CSU-Stadtrat warnte außerdem vor einer "überdimensionierten, polemischen Diskussion", in der unsachlich mit Verkehrstoten argumentiert werde. Damit allerdings rief er die Anwohner auf den Plan: "Das Straßenbauamt hat die Notwendigkeit einer Linksabbiegespur schon lange erkannt", sagte Ulrich Aigner, Ortssprecher des nahe gelegenen Oberharthausen. "In den letzten Jahren haben sich in dem Bereich 15 Unfälle ereignet. Und wir Anwohner sehen regelmäßig Bremsspuren." Sein Argument: "Müssen wir wirklich warten, bis sich an den Bäumen ein Unfall mit Toten ereignet, bevor sie wegkommen?" Er zeigte sich darum erleichtert darüber, dass die JU das Thema nun wieder ins Gespräch bringen will.

"Ein Ärgernis"

Als Ärgernis bezeichnete auch der Landtagsabgeordnete Josef Zellmeier den Beschluss des Umweltausschusses. In der Vergangenheit hatte er sich bereits des Themas angenommen und am Sonntag sagte er auf telefonische Nachfrage: "Die Faktenlage ist eindeutig und die Pläne sind fertig. Die beste Lösung wäre eine Abbiegespur, aber die steht und fällt mit dem Umweltausschussbeschluss."

Geiselhöringer zweiter Bürgermeister und Kreisrat Erwin Kammermeier forderte: "Wir brauchen eine Lösung." Und der Vorsitzende des JU-Kreisverbandes Straubing, Michael Hien, pflichtete ihm bei: "Das hier ist keine Frage von subjektiven Meinungen. Egal ob zwei, drei oder vier Bäume umgeschnitten werden müssen: Es geht um die Sicherheit."

 

Bericht und Fotos: Straubinger Tagblatt, 14. Dezember 2009.