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Kommentar
von Christan Raffer im Straubinger Tagblatt:
Immer Ärger mit
dem Baumschutz |
Und wieder steht eine
Entscheidung des Umweltausschusses in der Kritik, die sich mit den lieben
Bäumen beschäftigt. Waren es vor Kurzem noch drei Birken, die entgegen der
geltenden Baumschutzverordnung zur Fällung freigegeben wurden, so geht es
jetzt um vier Platanen. In diesem Fall aber dürfen die stattlichen Bäume
stehen bleiben. Klüger wäre es allerdings gewesen, sie zu opfern.
Genau genommen handelt es sich
um die vier Platanen bei Ringenberg an der Staatsstrasse nach Geiselhöring.
Bereits im Sommer 2008 wurde im Umweltausschuss beschlossen, dass sie nicht
gefällt werden dürfen. Und das, obwohl sie so nah an der Strasse eine Gefahr
für den Verkehr darstellen.
Die Crux an der Sache ist aber
eine andere: Weil die Bäume stehen bleiben müssen, kann das Straßenbauamt
keine Linksabbiegespur für die Kreuzung bei Ringenberg bauen. Die wiederum
wird als nötig erachtet, weil damit die gefährliche Strecke sicherer gemacht
werden könnte. 15 Unfälle hat es allein in dem Bereich in den letzten Jahren
gegeben. Im Straßenbauamt liegen fertige Pläne sogar das Geld hatte die
Staatsregierung schon locker gemacht. Nur der Umweltausschuss sperrte sich
dagegen.
Diese Entscheidung war verkehrt,
weil hier die Verkehrssicherheit zugunsten des Umweltschutzes vernachlässig
worden ist. Es geht nicht darum, dass eine geschenkte Investition ins
heimische Straßennetz ausgeschlagen wurde. Es geht um die Sicherheit der
vielen Berufspendler oder der jungen Leute, die aus dem Labertal nach
Straubing in die Disco und wieder nach Hause fahren. Ihre Sicherheit mit einer
Kohlendioxid-Bilanz aufzuwiegen, ist nicht nur unverhältnismäßig, sondern
auch noch falsch, weil das Straßenbauamt für gefällte Bäume
Ausgleichspflanzungen anlegen muss.
Nun will die Junge Union das
Thema wieder ins Gespräch bringen. Es wäre gut, wenn der Umweltausschuss
damit die Gelegenheit bekäme, seine Entscheidung zu überdenken. Vielleicht
ließe sich mit einem richtigen Beschluss zugunsten der Verkehrssicherheit
sogar die Blamage mit den drei Birken kaschieren. Diesen Beschluss musste der
OB nämlich nachträglich wieder kassieren, weil er rechtlich nicht belastbar
war.
Bericht: Straubinger Tagblatt,
14. Dezember 2009.