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Verharmlosung von legalen und illegalen Drogen ist fatal
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen bei der JU Haibach


Bei den Neuwahlen der JU Haibach: (sitzend von links nach rechts): Robert
Fuchs, Monika Kapfenberger, Sandra Hoffmann, Manuel Rothammer
(stehend von links nach rechts): Bürgermeister Alois Rainer,
Kriminalhauptkommissar Josef Laumer, Max Romig, Peter Rainer,
3. Bürgermeister Stefan Hinsken, stv. JU-Kreisvorsitzenden Andreas
Aichinger und JU-Kreisvorsitzender Herbert Lichtinger

 

Haibach (sh): Gut besucht war die Jahreshauptversammlung des JU-Ortsverbandes Haibach. Neben den turnusgemäßen Neuwahlen stand ein Referat mit dem Titel: „Rauschgift - auch auf dem flachen Land!“ von Kriminalhauptkommissar Josef Laumer auf dem Programm.

Ortsvorsitzender Manuel Rothammer legte einen umfangreichen Tätigkeitsbericht vor, der neben der Teilnahme an diversen Veranstaltungen in der Gemeinde auch den Besuch eines Eishockeyspiels der Straubing Tigers sowie der BMW-Welt in München beinhaltete. Darüber hinaus war man bei den Delegiertenversammlungen des Kreisverbandes stets vollzählig vertreten. Abschließend wurde Stefan Hinsken aus der JU aufgrund des Erreichens der Altersgrenze aus dem Ortsverband verabschiedet.

Die Kassiererin Monika Kapfenberger konnte auf geordnete Finanzen verweisen.

JU-Kreisvorsitzender Herbert Lichtinger, unter dessen Leitung auch die anschließenden Neuwahlen standen, zollte dem Ortsverband Respekt für seine Arbeit, vor allem im Kreisverband, wo man neben dem Ortsvorsitzenden auch mit Robert Fuchs als Beisitzer vertreten ist. Es sei, so Lichtinger, eine immer währende Herausforderung, den Ortsverband zu führen und ihn mit Leben zu füllen und dies sehe er in Haibach gut umgesetzt. Die sechs Neuaufnahmen im vergangenen Jahr würden dies untermauern, sei aber aufgrund der Altersgrenze von 35 Jahren auch dringend notwendig, um nicht auszusterben.

Bürgermeister Rainer gab einen kurzen Einblick in die Arbeit der Gemeinde. Diese ist derzeit vor allem von klammen Finanzen geprägt und daher ist es derzeit eminent wichtig, trotz gesunkener Einnahmen bei gleichzeitig höheren Ausgaben einen stabilen Haushalt zu formen. Er dankte in diesem Zusammenhang dem Gemeinderat, der die Verwaltung bei der Haushaltsaufstellung mit konstruktiven Vorschlägen unterstützte. Auf die Situation der CSU eingehend sagte er, dass man in den vergangenen Jahren unter anderem mit dem strengen Nichtraucherschutz und der anschließenden Lockerung als auch mit der Einführung der 42-Stunde-Woche für Beamte viele Wähler verschreckt habe. Trotzdem müsse man auch anerkennen, dass Bayern nach wie vor im Vergleich der Bundesländer sehr gut abschneide, was den Arbeitsmarkt und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrifft. Daher gelte es auch, den Blick nach vorne zu richten.

Anschließend berichtete Kriminalhauptkommissar Josef Laumer von der Kriminalpolizeiinspektion Straubing anhand von Zahlen und anschaulichen Beispielen aus der Praxis der Rauschgiftbekämpfung. Leider müsse man feststellen, dass der Konsum auch von illegalen Drogen bei immer jünger werdenden Menschen einsetze und nicht nur in Ballungszentren vorherrsche, sondern auch in der ländlichen Region. Nicht nachvollziehbar sei überdies, dass auch große Teile der Gesellschaft den Umgang mit dem „Rauschgift“, bei dem das Wort „Gift“ schon im Begriff stehe, einfach verharmlosen würden. Ziel der Strafverfolgungsbehörden sei in erster Linie nicht, die „kleinen“ Konsumenten zu jagen und zu kriminalisieren. Dennoch würden der Umgang, Besitz, Anbau, Erwerb und die Weitergabe und natürlich auch der Handel mit empfindlichen Strafen geahndet. Dabei sind die Folgen von Rauschgiftkonsum im persönlichen Umfeld, so Laumer, wie Schwierigkeiten mit dem Führerschein oder Problemen in der Familie sowie der eigenen Gesundheit noch gar nicht angesprochen. Die strafrechtliche Verfolgung führt den Jugendlichen deutlich vor Augen, dass der Umgang mit den illegalen Drogen strafbar ist und manchmal sei dies auch ein „Schuss vor den Bug“, der für die Entwicklung von manch Jugendlichem hilfreich sei.

Betroffenheit war bei den Anwesenden festzustellen als der Kriminalhauptkommissar von jeweils zwölf Todesfällen in den Jahren 2006 und 2007 bzw. acht Todesfällen im Jahr 2008 im Bereich der Polizeidirektion Straubing berichtete. Manche Eltern und Angehörige würden von der Abhängigkeit des Kindes überrascht, andere müssten eine jahrelange Leidenszeit ihrer Kinder mit ansehen.

Viele der Abhängigen würden eingestehen, selbst am ersten Konsum von Rauschgift schuld gewesen zu sein. In diesem Zusammenhang warnte Laumer eindringlich vor unfreiwilligem Konsum, wie er immer wieder in Diskotheken vorkomme, wenn jemandem entsprechende Substanzen in das Glas gemischt würden.

Eingehend auf die Beschaffung von Rauschgift und damit verbunden die Beschaffungskriminalität führte der Referent aus, dass man in der Öffentlichkeit meist wenige spektakuläre Fälle wahrnehme. Dennoch sei die Dunkelziffer an Einbrüchen und Diebstählen um ein Vielfaches höher, um die teilweise horrenden Beträge zur Finanzierung des Rauschgifts zu organisieren: „Es gibt Heroinkonsumenten, die täglich einige hundert Euro zur Suchtbewältigung brauchen.“

Zwar gebe es an manchen Orten spezielle Treffpunkte jugendlicher Konsumenten, die der Polizei auch bekannt sind. Manchmal sind auch Schulen oder private Räume der Treffpunkt und Umschlagplatz für illegale Drogen. Festzustellen ist, dass Schulen und deren Leitungen sehr verantwortungsvoll und offen mit diesen Problemen umgehen. Denn je eher eine Suchttendenz bei einem Menschen bekannt wird, so Laumer, desto größer ist auch der mögliche Erfolg der Bekämpfung und Heilung dieser später als Krankheit zu bezeichnenden Sucht.

Abschließend wurde auch die Problematik sogenannter legaler Drogen, zu denen auch Alkohol und Nikotin gehören vom Referent erörtert. Der übertriebene Konsum wirkt sowohl auf die körperliche als auch geistige Entwicklung sehr störend.

Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Manuel Rothammer wurde als Ortsvorsitzender bestätigt, genauso wie sein Stellvertreter Robert Fuchs. Monika Kapfenberger übernimmt wieder das Amt der Kassiererin und Sandra Hoffmann das der Schriftführerin. Als Beisitzer wurden neu gewählt: Max Romig und Peter Rainer. Als Delegierte wurden neben dem Ortsvorsitzenden gewählt: Robert Fuchs, Werner Pielmeier, Peter Rainer, Sandra Hoffmann und Hubert Dirscherl. Ersatzdelegierte sind: Armin Lehner, Monika Kapfenberger, Andreas Schedlbauer, Matthias Sußbauer und Armin Rothammer. Als Kassenprüfer wurden gewählt: Matthias Sußbauer und Armin Rothammer.

 

Bericht: Stefan Hinsken Haibach; Foto: Martin Haberl, Steinach.