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Junge
Union Straubing-Bogen spricht sich für die Einführung einer allgemeinen
Dienstpflicht aus
Stellvertretende
Landesvorsitzende der Jungen Union Bayern Katrin Poleschner zu Gast beim
Kreisverband der Jungen Union |

Die Referentin stellv. JU-Landesvorsitzende
Katrin Poleschner (3.v.l.)
zusammen mit der JU-Führungsmannschaft: JU-Kreisvorsitzendem Herbert
Lichtinger, Stellvertreter Sebastian Riesner, JU-Ortsvorsitzenden Georg
Menauer, Stellvertreterin Veronika Zitzelsberger und Stellvertreterin Andrea
Probst sowie dem CSU-Ortsvorsitzenden Ruper Rothamer und Kreisrat Karl
Lausser (v.l.n.r.).
Rattiszell /
Straubing-Bogen(mh) Der Kreisausschuss der JU Straubing-Bogen traf sich
kürzlich in Rattiszell zu einer Sitzung. Neben Berichten aus den
verschiedenen Verbänden stand auch eine Beschlussfassung zum Thema „Wehrpflicht“
auf der Tagesordnung.
JU-Kreisvorsitzender Herbert
Lichtinger freute sich, dass die Veranstaltung beim erst kürzlich wieder
aktivierten JU-Ortsverband Rattiszell durchführt werden konnte. Er begrüßte
besonders den CSU-Vorsitzenden aus Rattiszell Rupert Rothammer und den neuen
JU-Vorsitzenden Georg Menauer. Dieser berichtete anschließend von den
Aktivitäten und geplanten Aktionen in der JU Rattiszell. Unter anderem steht
Ende November ein Kickerturnier an.
Anschließend berichtete der
stellv. JU-Bezirksvorsitzende Sebastian Riesner aus Parkstetten über die
Arbeit im JU-Bezirksverband. Er stellte hier insbesondere die Rolle der JU
Niederbayern als Impulsgeber für die JU Bayern heraus. Erst bei
JU-Landesversammlung im Sommer in München konnte die JU Niederbayern
wesentliche Beiträge in Form von Anträgen leisten.
Danach folgte ein Referat der
stellv. JU-Landesvorsitzenden Katrin Poleschner aus Neu-Ulm. Sie beschrieb den
Standpunkt der JU Bayern zur Bundeswehrreform. Hier ging es vorrangig zum
einen um die Wehrpflicht sowie um die Erhaltung von Bundeswehrstandorten.
Dabei fordert die JU Bayern eine Umwandlung der Wehrpflicht in eine allgemeine
Dienstpflicht. Weiterhin beschrieb die Referentin die Aspekte, die die JU
Bayern im Rahmen der Leitbilddiskussion zur Parteireform der CSU mit
eingebracht hatte. Dabei geht es vor allem um Themen wie verstärkte
Einbindung von Mitgliedern in die Parteiarbeit, Aktivitäten in den
Online-Medien, Mitgliederbefragungen, aber auch zur Frauen-Quote. Poleschner
stellte klar, dass die JU Bayern sehr wohl eine Förderung von jungen Frauen
und Nachwuchskräften in den CSU befürworte, eine Quote aber ablehne.
Auch Kreisrat Karl Lausser
sprach in einem Grusswort an die JU-Mitglieder davon, dass es wichtig und
notwendig sei, dass sich die JUler auch umfangreich in die Arbeit der
Mutterpartei CSU einbringen. CSU-Vorsitzender Rupert Rothammer betonte die
gute Partnerschaft zwischen JU und CSU in Rattiszell.
Im Anschluss daran stellte die
stellv. JU-Kreisvorsitzende Veronika Zitzelsberger die Arbeit der
Projektgruppe „Wehrpflicht“ vor. So hat man sich in der Jungen Union
Straubing-Bogen bereits das ganze Jahr über mit dieser Thematik aus
verschiedenen Blickwinkeln beschäftigt. In der Projektgruppe wurde nun ein
Vorschlag erarbeitet, wie sich die JU Straubing-Bogen einen Übergang von
einer Wehrpflicht in eine allgemeine Dienstpflicht vorstellt.
Ausgangspunkt war, dass nur mehr
ein geringer Satz von etwa 20% heute zur Wehrpflicht herangezogen wird. Eine
echte Wehrgerechtigkeit herrsche nicht mehr. Außerdem sei erkennbar, so
Zitzelsberger, dass mittlerweile mehr Personen den Zivildienst leisten, als
wie zur Bundeswehr gehen. Somit sei es notwendig, auch aufgrund der
veränderten weltweiten Sicherheitslage, sich neue Wege zu überlegen, wie
junge Menschen sich in unserer Gesellschaft einbringen können.
So schlägt die Projektgruppe
eine allgemeine Dienstpflicht vor, nach der jeder Bürger, egal ob männlich
oder weiblich, ab seinem 18. Lebensjahr bis zum 30. Lebensjahr, einen Dienst
verrichten sollte. Ob dies bei der Bundeswehr, im Zivildienst, bei einer
kirchlichen Einrichtung, bei einer Kommune oder bei sonstigen Institutionen
sei, könne der Jugendliche sich selbst aussuchen. Dies fördere zum einen die
aktive Zivil- und Bürgergesellschaft und führt zum anderen dazu, dass junge
Menschen einen sinnvollen Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft leisten.
Außerdem trägt es auch zur Nachwuchswerbung in vielen ehrenamtlichen
Verbänden und Organisationen bei. Die Ausgestaltung könne so geregelt
werden, dass jeder Jugendliche 1.000 Stunden leisten müsse. Das Zeitmodell
könne jeder selbst festlegen. So könne es möglich sein, seinen Dienst z.B.
zusammenhängend in einem Jahr oder auf Wochenenden über mehrere Jahre
aufgeteilt zu leisten.
Durch das Modell werde zum einen
die Basis verbreitert und außerdem trägt es auch zum Erhalt der
Bundeswehrstandorte bei, weil die Wehrpflicht nicht gänzlich ersatzlos
gestrichen würde, sondern durch die allgemeine Dienstpflicht der Dienst bei
der Bundeswehr eine von mehreren Alternativen wäre.
Als problematisch wurde in der
Diskussion die Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz erwähnt. Diese Aspekte sahen
die JU-Mitglieder sehr wohl, jedoch war man der Meinung, dass es hierfür
bestimmt Lösungsmöglichkeiten in der Ausgestaltung gäbe.
Foto und Bericht: Martin Haberl,
Oktober 2010.