Die Delegierten Matthias Wallner, Andreas Aichinger, Veronika Zitzlsberger und Martin Haberl mit unserem Ministerpräsidenten Horst Seehofer bei der JU Landesversammlung in Bayreuth
Die Delegierten Matthias Wallner, Andreas Aichinger, Veronika Zitzlsberger und Martin Haberl mit unserem Ministerpräsidenten Horst Seehofer bei der JU Landesversammlung in Bayreuth

JU TRIFFT BISCHOFF - JU zu Besuch bei Bischof Dr. Rudolf Voderholzer

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit den Besuchern der JU Staubing-Bogen (Quelle: Bischöfliche Pressestelle Regensburg)
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit den Besuchern der JU Staubing-Bogen (Quelle: Bischöfliche Pressestelle Regensburg)

Regensburg: Am Freitag den 05. Mai 2017 besuchte der Kreisausschuss der Jungen Union Straubing-Bogen Bischof Dr. Voderholzer im Bischöflichen Ordinariat in Regensburg. Mehr als 2 Stunden nahm sich der Regensburger Bischof hierbei für Fragen der Jungpolitiker Zeit. Diskutierte Themen waren u.a. Ursachen und Folgen der Flüchtlingskrise, der Zölibat, Kirchensteuer sowie modernes Liedgut bei Hochzeiten.

 

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde dankte der Bischof den Teilnehmern der Diskussion, dass sie sich in der Politik oder in katholischen Verbänden engagieren um Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Er freue sich, dass sich junge Menschen für das Gemeinwohl einsetzen und gab zu bedenken, dass die Werte der freiheitlich demokratischen Grundordnung - Menschenwürde, Demokratieprinzip und Rechtsstaatlichkeit - aktiv gelebt werden müssen und es Aufgabe der Kirche sei, dieses Engagement auch zu fördern.

 

Vor allem die Lehre christlicher Werte und politische Fortbildungsmöglichkeiten innerhalb der Jungen Union interessierten den Regensburger Bischof. Er erkundigte sich hierbei über die Zusammenarbeit von Politik und Kirche und machte besonders auf die Prinzipien der katholischen Soziallehre aufmerksam. Gemeinwohlprinzip, Solidaritätsprinzip und Subsidiaritätsprinzip seien die entscheidenden Grundpfeiler der katholischen Soziallehre und können daher nicht oft genug wiederholt werden. „Dort wo das Subsidiaritätsprinzip geachtet wird, dort blüht das Leben“ so Bischof Voderholzer.

 

Das Thema modernes Liedgut bei Hochzeiten führt bisweilen zu Diskussionen mit den örtlichen Geistlichen. Es stellte sich also die Frage, wie hier die Linie des Bistums Regensburg sei. Der Bischof antwortete, dass die Lieder und Texte leider oftmals zu wenig analysiert würden und sich dabei nicht immer für eine Hochzeit eignen. Man müsse bedenken, dass Gesang im Gottesdienst gesungenes Gebet sei und daher, der Liturgie angemessene Lieder und Texte, verwendet werden sollten. Hierbei sei beispielsweise nach der Trauung und nach dem Segen nicht-liturgischer Gesang durchaus zu vertreten. Da die Frage der Angemessenheit oftmals unterschiedlich bewertet wird, plant das Bistum zukünftig kirchenmusikalische Fortbildungen für Jugendbands und Musikgruppen anzubieten.

 

„Wieso treibt der Staat die Kirchensteuer ein und wofür wird diese verwendet“ - eine oft gestellte Frage die der Bischoff umfassend erklärte. Er machte hierbei zudem deutlich, dass er sich langfristig durchaus vorstellen könne, eine Verteilung der Kirchensteuer nach dem Vorbild Italiens einzuführen. Hierbei besteht eine Kirchen- und Kultursteuer, bei der jeder Steuerzahler im Rahmen seiner Steuererklärung angeben kann, welcher Religionsgemeinschaft die Steuer zugutekommen soll oder ob sie sozialen Zwecken oder dem Staat zufließen soll. „Die Kirchensteuer soll kein Grund zum Austritt aus der Kirche sein“, so Voderholzer, der hierbei erwähnte, dass beispielsweise Abfindungszahlungen bei betriebsbedingten Kündigungen besonders für ältere Arbeitnehmer eine große Belastung seien und man daher über eine Ermäßigung oder Erlass der Kirchensteuer in diesem Falle nachdenken sollte.

 

Zum Thema Zölibat wurde Bischof Voderholzer sehr deutlich. Den oftmals von Kritikern angeführte Grund, das Zölibat sei Ursache vermehrter Kirchenaustritte und einer geringen Zahl an Kirchenbesuchern, könne er nicht bestätigen. Auch in evangelischen Kirchen, in der für Geistliche keine Zölibatsverpflichtung bestehe, könne er nicht feststellen, dass diese einen übermäßigen Zulauf erleben würden. Insgesamt sei die Zahl weniger Kirchenbesucher vielmehr einem Wandel in der Gesellschaft geschuldet. Während in früherer Zeit der Besuch des Sonntagsgottesdienstes selbstverständlich gewesen sei, böten die vielfältigen Möglichkeiten in der modernen Welt mehr Ablenkung und die gesellschaftlichen Strukturen weniger Verpflichtung regelmäßig den Gottesdienst zu besuchen.

 

Der Bischof hat „Bauchschmerzen“ wie er es ausdrückt, wenn er an die Folgen des „Arabischen Frühlings“ denkt. Es habe sich leider bisher nicht bewahrheitet, dass die Revolutionen und Proteste gegen die vormals autoritär herrschenden Regime zu einer grundlegenden Verbesserung in Hinblick auf die dortige Menschenrechtslage geführt habe. Auch die politischen und sozialen Strukturen, besonders in den Staaten im Nahen Osten hätten sich bisher nicht gebessert und der Krieg im Falle Syriens – einem ursprünglich mehrheitlich christlichen Land – zu unglaublichem Leid geführt. Eine Lösung der Konflikte sei hier auf absehbare Zeit nicht zu erkennen.

 

Da seine Familie selbst aus Böhmen fliehen musste, weiß Bischof Voderholzer genau um was es geht, wenn die Thematik der Flüchtlingskrise diskutiert wird. Dementsprechend lang war die Diskussion über das Gebot der Nächstenliebe und die praktischen Folgerungen beim Umgang mit Flüchtlingen. Der Regensburger Bischof gab hierbei u.a. zu bedenken, dass die Frage nach dem Glauben die Flüchtlinge durchaus gestellt werden dürfe, da sich seiner Ansicht nach Personen mit katholischen Glauben schneller in unsere westliche Gesellschaft integrieren lassen.

 

Zum Schluss des Gespräches dankte der Kreisvorsitzende Andreas Aichinger dem Bischof mit einem kleinen Geschenk aus dem Landkreis. Bischof Voderholzer bedankte sich herzlichst und überreichte den jungen Politikern jeweils ein Buch mit der deutschen Übersetzung der Sozial- und Gesellschaftslehre der Katholischen Kirche.

 

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